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1

Sonntag, 25. März 2007, 20:38

Westwallbunker??

Hallo zusammen,

habe heute im Bereich von Rastatt einen Bunker entdeckt, welchen ich nicht einordnen kann:

Luftlinie etwa 5,2 km vom Rhein entfernt.
Objekt, etwa quadratisch (Bild 1), ca. 4 x 4 m, Wandstärke nur etwa 30 cm.
Es war eine quadratische Öffnung von ca. 20 x 20 cm festzustellen (siehe Bild 2 links) sowie eine Schiessscharte mit bemerkenswerter Öffnung (Bild 3).
Auf dem vierten Bild ist die Innenseite der Schiessscharte zu sehen. Es handelt sich um einen Schieber von nur geringer Stärke (unter 1 cm).
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Rastatt: Barockresidenz - Festung - Westwall

2

Sonntag, 25. März 2007, 20:40

Westwallbunker??

und das vierte Bild.

Gruß
Tom
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Rastatt: Barockresidenz - Festung - Westwall

3

Sonntag, 25. März 2007, 22:36

30 cm Wand und Deckenstärke entspricht der Ausbaustufe D.

Die Ausbaustufe die gemessen ander Zahl der Bauten zu ihrer Zeit die größte Gruppe an Bunkern gebildet haben.

Der Bettinger-Büren vermerkt dazu:

Die Bauten in Ausbaustärke D unterscheiden sich von den stärkeren Anlagen grundsätzlich, indem sie als reine Sperranlagen nicht für die Unterbringung von Mannschaften eingerichtet sind. Durch ihre geringe Wandstärke von nur 0,30 m Beton sind sie ohnehin nur für kurzzeitigen Widerstand durch ortsansässige Besatzung geeignet. Deswegen fehlt ihnen auch die Ausstattung mit Betten und die Lüftungsanlage, ihre Raumhöhe ist auf 1,90 m beschränkt.
(Siehe der Westwall Band 2 Seite 47)

Was die Schartenplatte und den Bau an sich angeht, so findet sich im BB nichts darüber, bei jenen kleinen und einfachen Bauten ist es jedoch möglich das von Abschnitssbereich zu Abschnittsbereich andere Baupläne vorhanden sein gewesen könnten.

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Alex

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4

Montag, 26. März 2007, 08:22

wie ich auf den bildern zu erkennen glaube, ist die decke auch nicht mit stahlträgern und blechen verkleidet. es scheint sich um ein ähnliches kuriosum wie die bunker bei haßloch zu handeln. interessant ist dabei, das die wandstärken entsprechend ist und die raumgröße ähnlich. die schartenplatte hat aber mit nichts ähnlichkeit was ich aus dem westwall kenne. es muss sich um ein sehr frühes bauwerk handeln, dass wohl noch zu zeiten erbaut wurde, zu denen die versailer verträge noch beachtung fanden. ein ähnliches beispiel sind die bauwerke, wie oben erwähnt, bei hassloch, die zu tarnzwecken in scheunen eingabaut waren, wohl nicht nur um sie bei einem angriff zu tarnen, sondern auch vor den "vertragswächtern" (wenn ich der genannten bauzeit, 1936, glauben darf)

Interessante sache,

Alex
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5

Montag, 26. März 2007, 20:05

Hallo,
vom Prinzip ähnelt dieses Bauwerk einem Westwallbunker. Die schartenplatte ist allerdings ein Kuriosum! Vielleicht war beim Bau dieses Bunkers gerade nichts anderes zur Hand und man hat dieses "Teil" reingepflanzt. Das am Westwall auch Schartenplatten verbaut wurden die nicht dem offiziellen "Panzeratlas" entsprachen, zeigt ein Fundstück welches bei Hans am Bunker aushängt. Diese Platte war in einem RB 10(?) verbaut. Sie erinnert mich eher an eine Backofenklappe. Bild wird nachgereicht!

MfG
Martin
Wer suchet der findet
Zu erreichen unter Skype: bunker-martin

badener

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6

Montag, 26. März 2007, 20:15

hast du die Fundamente beziehungsweise Beton Rahmen gesehen auf der andere Seite des Weges und die beton platte auf dem gemauerten viereck ??
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Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht

Charles de Gaulle, General und französischer Staatspräsident

badener

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7

Montag, 26. März 2007, 20:17

das gemauerte
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Charles de Gaulle, General und französischer Staatspräsident

Stutta

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8

Mittwoch, 28. März 2007, 16:33

Ich denke mal, daß es sich um einen D Bau handelt. Die scheinen noch einige Geheimnisse zu haben. Wohl wegen ihrer geringen Größe sind die außer acht gelassen worden.
Nachfragen wann der Bau erstellt worden ist. Gute Maßgenaue Skizze anfertigen.

Habe hier an einem D2 festgestellt, das es diesen Typ mit in mindestens zwei Varianten gibt.
Einmal mit der Normalen in den Zeichnungen angegebenen Treppenscharten, und mit glatten Scharten.
Außerdem sind in den Zeichnungen immer nur die MG Scharten eingezeichnet, das ist scheint’s nicht richtig. In beiden Varianten sind für den MG Schützen Zwei auch eine Sehscharte, Beobachtungsscharte mit dreiviertel Größe vorhanden. Die Schartenplatte ging dabei immer über die ganze Innenwand.
Würde mich also nicht wundern wenn meine Vermutung stimmt, und müßte schon mit einer Guten Aufriß überprüft werden. Entweder von Fuhrmeister, oder Betinger/Büren.
Ich selber wäre auch an einer Maßzeichung interessiert.
Es ist beileibe noch nicht alles ergründet.

9

Donnerstag, 29. März 2007, 17:27

Da hast Du recht. Ich muss, wenn ich wieder in diese Richtung komme, mindestens Maßband und entsprechende Kleidung mitnehmen, zum Runtersteigen.

Gruß
Tom
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Anonymous

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10

Donnerstag, 29. März 2007, 19:27

Hallo Leute,

also, definitiv keiner der bekannten Regelbauten in C oder D, vielleicht ein vorläufer vor 36 oder ein überbleibsel aus den Jahren zwischen den Kriegen.

Hab die Tage ein paar schöne Bilder von Bunkern bei Straßburg gemacht, die sehen den späteren Regelbauten schon sehr ähnlich, vor allem die Schartenverschlüsse und Lüftungsrohre.

Gruß Markus

Stutta

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11

Freitag, 30. März 2007, 08:03

Also C schon gar nicht. Die C Bauten sind alle mit mindestens 60 cm Wandstärke.
Sehr wahrscheinlich ein Bau der aus den ganz frühen Bautätigkeiten für die Genzlandwacht stammt. Da ist das Entstehungsjahr interessant.
Was die Panzerteile betrifft, da sind halt Teile verwendet, die in anderen Bauabschnitten, aus dem Osten, oder aus noch früheren Zeiten stammen.
Bitte bedenken, das der Ostwall ja schon in den Zwanzigern gebaut wurde, und Betonwehrbauten schon zum I Weltkrieg gegossen wurden, mindestens aber bestehende Festungen mit Beton verstärkt oder ergänzt wurden.
Es gibt da schon recht eigenartiges.
Vor kurzem war in der RP zu lesen, das es im Rheingraben Bunker in Scheunen hat. Deren Einbauteile aus dem Jahr 34 wirken auch eher zusammen gezimmert, was Landsknecht ja auch bestätigt.
Man hatte wohl einen Plan, aber noch lange nicht ein schlüssiges Konzept, was zum Westwall ja auch nicht so recht ersichtlich ist.

Stutta

deproe

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12

Mittwoch, 20. April 2011, 20:43

Re: Westwallbunker??

Hallo Tom, was ist daraus geworden...?
Vermute eventuell um die 1930 errichtet...kann das bestätigt werden ?
Interessantes Bauwerk aus der Weimarer Zeit?

bis dann
gruss Det
bis dann gruß deproe

&quot;Nicht kleckern, klotzen!&quot;

13

Donnerstag, 28. April 2011, 16:12

Re: Westwallbunker??

Also laut Zeitzeugen soll in diesem Gebiet etwa 1935 mit dem Bunkerbau schon begonnen worden sein. Dafür sprechen auch drei nahegelegene Bunker die keinem gängigen Regelbautyp zugeordnet werden können und von der Ausbaustärke ziemlich schwach sind. Interessanterweise liegen die Bunker an der Nordseite einer offenen Batteriestellung. Könnten also ganz früh als Absicherung für die Stellung oder Munitionslager gebaut worden sein. Das Gelände in dem sich die Anlagen befinden heisst übrigens "Exerzierplatz", weil dort bereits im 19. JH. ein militärischer Übungsplatz eingerichtet wurde. Gegen "Übungsbunker" spricht allerdings der Panzerschieber. Weiter südlich gab es Übungsbunker, die auch von der HJ genutzt wurden, die waren deutlich primitiver gestaltet. Ich denke ganz früher Westwall, als man mit dem Bau des Ettlinger Riegels begann.

deproe

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14

Freitag, 29. April 2011, 17:45

Re: Westwallbunker??

Zitat von »"sammie007"«

Also laut Zeitzeugen soll in diesem Gebiet etwa 1935 mit dem Bunkerbau schon begonnen worden sein. Dafür sprechen auch drei nahegelegene Bunker die keinem gängigen Regelbautyp zugeordnet werden können und von der Ausbaustärke ziemlich schwach sind. Interessanterweise liegen die Bunker an der Nordseite einer offenen Batteriestellung. Könnten also ganz früh als Absicherung für die Stellung oder Munitionslager gebaut worden sein. Das Gelände in dem sich die Anlagen befinden heisst übrigens "Exerzierplatz", weil dort bereits im 19. JH. ein militärischer Übungsplatz eingerichtet wurde. Gegen "Übungsbunker" spricht allerdings der Panzerschieber. Weiter südlich gab es Übungsbunker, die auch von der HJ genutzt wurden, die waren deutlich primitiver gestaltet. Ich denke ganz früher Westwall, als man mit dem Bau des Ettlinger Riegels begann.



Was meinst du mit Batteriestellung - von wann ist die?
Und interessant ist es schon mit dem Übungsgelände - denn die Pioniere errichteten ja mehrere entsprechende Bauwerke!
Man darf aber dem Irrtum nicht verfallen, eventuell die dazugehörigen Errichtungszeiten zu verwechseln, denn die HJ kann wohl schon an diesen Bauten später geübt haben, aber eventuell sind sie doch schon früher dort hingestellt worden :roll:
bis dann gruß deproe

&quot;Nicht kleckern, klotzen!&quot;

15

Montag, 2. Mai 2011, 10:37

Re: Westwallbunker??

direkt hinter diesen Bunkern gibt es eine offene Batteriestellung, die auch so in den Stellungskarten verzeichnet ist. Zu der gehörten vier Bunker die aber in den 80er Jahren komplett platt gemacht wurden. Diese geschleiften Bunker sind in den Stellungskarten verzeichnet, die hier abgebildeten allerdings nicht. Die ringförmigen Erdwälle und Teile der Laufgräben sind noch erhalten. Allerdings lässt sich bei den Laufgräben nicht mehr hundertprozentig sagen, was Oroginal und was nachträglich gegraben wurde. Nach dem Krieg haben die Franzosen das Gelände als Übungsgelände benutzt.
Das Übungsgelände der HJ befand sich ca. 500 Meter südlich in offenem Gelände.