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1

Sonntag, 8. April 2018, 23:48

Frage zur Sprengung bzw. Zerstörung der Westwallbunker

hallo zusammen,
ich war am Wochenende im Bereich Ettlingen am Riegel auf Erkundungstour. Habe auch fast alles was geplant war gefunden.
Mir stellt sich die Frage wie die Bunker zerstört wurden.
Hat man da mit schierer Masse an Sprengstoff gearbeitet, oder wurde an entscheidender Stelle gebohrt und so die meterdicken Wände zum Brechen gebracht.
Ich habe bei der Erkundung oberflächlich keine Bohrlöcher gefunden und wenn ich die tonnenschweren Betonbrocken so im Wald liegen sehe denke ich an die erste Methode.
Aber da sind ja Ortschaften nicht weit entfernt. Es muss damals ja zu gewaltigen (Fenster) Schäden in den angrenzenden Ortschaften gekommen sein.
Wurden die Bewohner seinerzeit gewarnt, oder lief das ohne Vorankündigung.
Kann jemand auch was über die Sprengstoffmenge berichten die je Bunker eingesetzt wurde ?

beste Grüße

dermike

2

Montag, 9. April 2018, 00:30

Hmm. Habe ich mich auch schon oft gefragt. Bohrungen kann ich mir nicht vorstellen. Was ich so gehört habe (hier vom Ettlinger Riegel) haben französische Pioniere die Anlagen gesprengt, bis 1946 hinein, angeblich sogar bis 1947.
In den meisten Fällen wurde wohl so verfahren: Ein Sprengsatz mit Zünder, drumherum viel Beutemunition (also kaliberfremd, war reichlich vorhanden), alle Panzertüren schließen und Zündung. Der Druck von innen hat das Zerstörungsbild geliefert, das wir heute sehen. Lustigerweise sind ja gerade manche Kampfräume noch intakt. Warum? Weil sie keine Panzertüren hatten, die ließen sich gar nicht so leicht sprengen.
Die meisten Anlagen des ER sind weit von jeglicher Behausung entfernt. Wenige am unmittelbaren Ortsrand von Mörsch (heute im Ortsinnern!) wurden geschont, weil direkt Häuser nebenan standen.
Ich habe Zeitzeugen gesprochen, die berichten, dass bei Sprengungen das entsprechende Gebiet weiträumig abgesperrt wurde, betrifft aber eher freies Feld un den Wald. Mörsch war aber ohnehin durch Artilleriebeschuss der Deutschen (!) in den letzten Kriegstagen ziemlich zerstört. Da waren wahrscheinlich kaum noch Fenster, die zu Bruch gehen konnten. Einige Bunker nördlich des ER (Forchheim) wurden schon im Mai '45 gesprengt, da arretierte man die geöffneten Fenster und Türen und hoffte auf wenig Schaden.
Vielleicht meldet sich aber noch ein Sprengexperte. Ich hab da technisch zu wenig Ahnung...


Mist, ich wollte auch an den Riegel bei dem Traumwetter heute und vor dem Beginn der Brombeere- und Zeckenseuche. Hab ich leider verpasst. brutale_113.gif

3

Montag, 9. April 2018, 06:54

Hab mal gelesen das einige mit Wasser voll gepumpt wurden und dann die Sprengladung gezündet wurde.

4

Montag, 9. April 2018, 11:40

Das gleiche habe ich mich auch schon oft gefragt.
Aber gut zu wissen das noch ein paar am ER unterwegs sind. Wollte mir ihn mir mal komplett anschauen. Gerne auch zusammen ;)

5

Montag, 9. April 2018, 14:30

Das gleiche habe ich mich auch schon oft gefragt.
Aber gut zu wissen das noch ein paar am ER unterwegs sind. Wollte mir ihn mir mal komplett anschauen. Gerne auch zusammen ;)


Ich war ja gerade dort. Im Herbst könnte ich mir eine erneute Begehung (mit Fahrrad) vorstellen. Die Dinger liegen ja nicht unbedingt gleich nebeneinander.
Und wenn einer da mitmacht würde ich mich freuen. Man lernt ja nie aus.
Meine Bekannten jedenfalls greifen sich nur an den Kopf, wenn ich berichte was ich vorhabe.

Grüße

dermike

6

Montag, 9. April 2018, 19:04

Du bist den ganzen ER abgegangen? Also ich hab bis jetzt nur Stückchen angeschaut, hab aber vor mal alles abzugehen aber in Etappen natürlich. Also ich wär dabei bei, kannst dich ja melden wenn du wieder unterwegs bist.

7

Montag, 9. April 2018, 22:24

Du bist den ganzen ER abgegangen? Also ich hab bis jetzt nur Stückchen angeschaut, hab aber vor mal alles abzugehen aber in Etappen natürlich. Also ich wär dabei bei, kannst dich ja melden wenn du wieder unterwegs bist.


Alles habe ich natürlich nicht gesehen, auch nur ein kleiner Teil. Außerdem weiß ich momentan gar nicht das ganze Ausmaß des Riegels. Ich war im Hartwald und etwas südlich bei den Westwallbunkern an der Eisenbahn.

dermike

8

Sonntag, 15. April 2018, 19:36

Festus Hagen hat Recht und Tahat auch.
Manchmal siehst noch die mit Mörtel zugeschmierten Lüftungsöffnungen, die das Wasser drinhalten sollten.

Das mit dem Kampfraum ist aber nicht wahr, die stehen deswegen, weil man sie beusst stehen gelassen hat. Das ist bspw. an der Marinebatterie der Fall. Fast alle anderen sind ja schließlich auch gesprengt. Wenn du da den Friedensschartenverschluss reinmachst und die Schikane bedenkst. die durch den Kampfraum geht, dann kriegst du das mit der Detonationskraft und dem dementsprechenden Druck auch problemlos hin, selbst wenn da noch öffnungen sind.
Ein aufgeblasener Luftballon, den man nicht zuhält, reißt ja trotzdem auf, wenn du ihn anstichst, obwohl er eine Öffnung hat, durch die Druck entweicht.
Warum? Weil die Öffnung eben nicht reicht, um den Druckunterschied schnell genug auszugleichen. Dann ist auch tonnenweise Beton nur eine Nebensächlichkeit.

Interessanterweise findet man am Ettlinge Riegel sogar noch Abdrücke von Panzertüren, die be der Sprengung aus den Angeln gerissen und in den Flur geschleudert wurden.


@ Festus

Wenn du "wenige" schreibst, wie viele meinst Du dann?
Ich kenne zwei in Mörsch drin und den MG-Schartenstand an der Bahnstrecke, der ist ja aber nicht mehr am ehemaligen Ortsrand.


Liebe Grüße

9

Sonntag, 15. April 2018, 20:22

Ja, die zwei in Mörsch drin und den Schattenstand an der Bahn. Es soll noch ein dritter Bunker nicht direkt gesprengt worden sein, an der Westseite der B36, evtl. WH 577. Dazu habe ich aber nur Hörensagen von ortsansässigen Zeitzeugen. Der ist anscheinend Anfang der 50er von Hand (!) abgetragen worden, ein Unterstand ohne Kampfraum. Ich hätte ja gerne mal die französischen Unterlagen zur Beseitigung gesehen... Hat da jemand ne Quelle?

10

Montag, 16. April 2018, 13:54

Ja, das könnte passen mit WH 577.
Die Quelle fände ich auch interessant, haben die denn tatsächlich die gesprengten Bunker mit ihrer jeweiligen Nummer vermerkt? Sozusagen "abgehakt" um den Überblick zu behalten? Das wäre natürlich von großer Hilfe...

11

Montag, 16. April 2018, 20:23

Ja dann, auf, Ihr erfahrenen Mods und Admins und andere, die Ahnung haben: Welche komplizierten Wege muss man beschreiten, um an die Unterlagen der Franzosen zu kommen? Wer hat Erfahrung? Ich tippe mal, man muss nach Paris...
Ich suche eine Liste der Bunker des ER mit Datum der Zerstörung und dem Namen der frz. (?) Pioniereinheit.
Über jede Hilfe dankbar!

herzlich
Festus

Beiträge: 621

Wohnort: Besseringen

Beruf: Gymnasiallehrer

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12

Montag, 16. April 2018, 20:40

Ich kenne nur äußerst wenige Unterlagen aus Frankreich und man hört es sei nicht einfach da ran zu kommen.
Und ja, man muss meines Wissens nach Paris.
Die Leute die was haben, geben es jedenfalls nicht raus.
Nach der Sprengung sind alle Bunker gleich.

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