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Freitag, 25. März 2022, 13:02

Sprengung von Anlagen

Bei meinen Exkursionen stellt sich mir immer die Frage woher die Mengen an Sprengmitteln kamen um diese große Anzahl der Bauwerke zu demontieren? Wer hat diese Arbeiten geplant/ausgeführt? Und gibt es davon nicht mehr Bilder als wenigen die sich in Internet/Literatur finden?
»hanko« hat folgende Datei angehängt:
  • Image001.JPG (145,42 kB - 12 mal heruntergeladen - zuletzt: 24. April 2022, 21:05)

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Sonntag, 27. März 2022, 13:36

Abgesehen von lokalen Zerstörungsmaßnahmen, teilweise noch während des Krieges, teilweise zur Wiederherstellung von Verkehrswegen, sollen die ersten großflächigen Sprengungen 1946 angefangen haben, nachdem am 6.12.45 die "Direktive No 22" der Alliierten die Zerstörung der militärischen Infrastruktur anordnete (also nicht nur der Westwallbunker). Siehe GROSS (1982), BETTINGER & BÜREN (1990) und SCHMACHTENBERG (2018 ) https://www.politische-bildung.rlp.de/pu…en/gedenkarbeit
Man es sieht es manchen priorisiert ausgewählten Bunkern noch an, dass in dieser ersten Phase Sprengstoff zumindest anteilig sehr "wirtschaftlich" eingesetzt wurde um diese Bunker militärisch unbrauchbar zu machen: Türen, Scharten und Schartenplatten. Das waren sicherlich Pioniere der jeweiligen Besatzungstruppen mit Zugriff auf militärische Vorräte.
Erst danach folgten Sprengungen um wertvolle Stahlteile zu gewinnen: Panzertürme, Schartenplatten und Panzertüren. Die Beteiligung ging nach und nach von Pionieren auf deutsche Firmen über, die sich den Sprengstoff kauften, aber die Menge an Sprengstoff scheint kein begrenzender Faktor mehr gewesen zu sein. Jetzt reichte der auch, um die hunderte Tonnen schwere Decken möglichst umzudrehen, damit man die Deckenträger herauslösen konnte. Der Aufwand wurde wirtschaftlich abgewogen, weshalb die "Entschrottung" schwerer zugängliche Standorte zunehmend teilweise aussparte.
So entstand bis in die 1950-ger nach und nach eine Ruinenlandschaft, die sich immer weiter weg von Ortschaften und strategisch wichtigen Punkten ausdehnte. Im Saarland, wo die Sprengungen aus politischen Gründen eingestellt wurden, blieben hunderte Bauwerke intakt oder nur mit Schäden aus der ersten Phase zurück.

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