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Mittwoch, 25. Januar 2017, 17:08

Halberg Stellung

Hallöle,
war Heute mal bei der Halberg Stellung.

Sehr schön erhaltene Bauwerke dort...nur schade das die meisten übererdet sind.

Will die denn keiner mal ausbudeln ;) ???? Ich biete mich als Schaufel Unterstützung an ;)
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2

Mittwoch, 25. Januar 2017, 17:09

Das letzte Bild (Bild7):

Laut offziellen Infos wird der Bunker vom Innenministerium benutzt....FÜR WAS? ;)


Bild 5:

Hier ist der Eingang mit einer total übertriebenen Betonhaube verschlossen....haben die deutschen einen Atombunker in den Berg gebaut oder was?...Innenmisterium usw ;)

MFG Bunker Mania
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GenInFest

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Mittwoch, 25. Januar 2017, 20:12

Was, du warst schon wieder unterwegs ? :thumbsup:

Saarmurai

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 00:08

Hättest du da was von deiner tour gesagt, hättest du bei der gelegenheit dir können mal Bunker 316 anschauen.Bin sicher das man da hätte was arrangieren können,das der mal aufgeschlossen wird
Aber es gibt ja da wirklich genug zu sehen rund um den Berg 😏👍🏻

Zu deiner frage:
Er wurde er früher mal von der Polizei als Waffen und Munitionslager genutz.
Jetzt steht er jedoch leer soweit ich das weiß.

sledge

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5

Donnerstag, 26. Januar 2017, 06:19

Der WH 323 (Regelbau 106b) gehört der BIMA und ist immer noch vom Innenministerium angemietet.
Nach der Auskunft eines Polizeibeamten wurde darin bis vor einigen Jahren abgelaufene Übungsmunition bis zur Abholung und Vernichtung gelagert.
Laut der BIMA Koblenz wäre das aber nicht wahr, weil keine Genehmigung für die Lagerung von sprengstoffhaltigem Material vorlag bzw. vorliegt.
Also wurde oder wird er vermutlich als anderweitiger Lagerraum genutzt.

Zum Thema Bunker ausgraben:

Das ist nicht so einfach, zumindest mal am Halberg. Solche Arbeiten müssten mit 3 Stellen bzw. Behörden abgestimmt werden.

Zum Ersten muss um überhaupt irgendwelche Arbeiten durchführen zu können, das Wegerecht vom Saarländischen Rundfunk (SR) erteilt werden, der SR ist nämlich Grundstückseigentümer des Halberger Waldes.
Einzelne Waldparzellen werden vom SR nicht veräußert, weil der Wald als ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet in seiner Gesamtheit erhalten bleiben muss.

Zum Zweiten müsste eine Genehmigung vom Landesdenkmalamt eingeholt werden, weil die Halbergstellung mit allen Bunkern, Ringständen, Pferdetränke / Löschteich, Laufgräben und sonstigen Anlagen als Ensemble unter Schutz gestellt wurde. Grabungen in denkmalgeschützten Gebieten sind im Saarland genehmigungspflichtig.
Verstöße werden mit empfindlichen Geldstrafen bestraft.

Zum Dritten muss die BIMA als Bauwerkseigentümer einer Freilegung zustimmen. Dazu müsste die Anlage aber zuerst angemietet werden, wofür man wiederum die Zustimmung des SR und LDA benötigt. Pro übererdeten Bunker wird dann vor Arbeitsbeginn mittlerweile eine Sicherheitsleistung (Selbstschuldnerische Bürgschaft) je nach Anlage in Höhe von 20 000 - 25 000€ an die BIMA fällig.
Diesen Betrag gibt es auch nicht mehr zurück, sondern er wird bei Beendigung des Mietverhältnisses für eine erneute Verschließung ( Verschalung, Betonplombe, Anlieferung und Einbringen der Erdmassen) durch einen Fachbetrieb verwendet.

Zu guter letzt müssten auch die ausgegrabenen Erdmassen ordnungsgemäß entsorgt werden, pro Anlage (z.B. WH 317) handelt es sich laut BIMA um ca. 500-600 cbm Aushub.

Also alles in allem eine Frage des Geldes und der Geduld.
Grüsse sledge

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sledge« (26. Januar 2017, 06:29)


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Donnerstag, 26. Januar 2017, 10:46

Hi . Danke für die ausführlichen antworten.

Dann muss man die halt in eigen Regie freilegen ....bzw die Eingänge :D

Gibt es eine Strafe wenn man in einem frei zugänglichen Wald mit einer Schaufel Rum gräbt ? schilder_18.gif

sledge

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7

Donnerstag, 26. Januar 2017, 12:17


Dann muss man die halt in eigen Regie freilegen ....bzw die Eingänge :D

Gibt es eine Strafe wenn man in einem frei zugänglichen Wald mit einer Schaufel Rum gräbt ? schilder_18.gif
;(
Eingebürgert hat sich in den Gesetzestexten nahezu aller Länder folgende Aussage:

Zitat


"Nachforschungen, insbesondere Grabungen oder der Einsatz von technischen Suchgeräten (Metallortungsgeräte) mit dem Ziel, Denkmale, insbesondere Bodendenkmale, zu entdecken, bedürfen der Genehmigung der (obersten) Denkmalschutzbehörde."
Diese sehr allgemein gehaltene Vorgabe begründet sich in der Hauptsache daraus- dass man zwingend davon ausgeht- dass nach Denkmälern gesucht und gegraben wird.
Unabhängig davon, ob man das nun tatsächlich vorhat oder nicht. Ergo ist man in der Beweispflicht wenn es hart auf hart kommt – was jedoch nur in besonders „eindeutigen“ Fällen- ein ernsthaftes Problem darstellen sollte.

Aber es gibt zumindest ein paar Vorschriften, die unmissverständlich zu verstehen sind.

Dazu zählt:

1. Das Graben im Wald sollte im Sinne des Denkmalschutzes (und ohne Genehmigung) unterlassen werden.

2. Das Graben auf Wiesen sollte im Sinne des Denkmalschutzes (und ohne Genehmigung) unterlassen werden.

3. Das Graben auf Bodendenkmälern (BD) und Kulturdenkmälern (KD) ist in den meisten Bundesländern verboten – und wird bei Nicht-Beachtung verfolgt!

4. Das Suchen und Graben in Naturschutzgebieten (NSG) ist generell verboten (Hier hat das Denkmalamt aber nichts mit zu tun)

5. Das Suchen und Graben auf Verdachtsflächen, wo Kampfmittel und Munition (UXO) vorhanden sein könnten oder bekannt sind, ist verboten

6. Das Graben auf dem eigenen Grundstück ist weitestgehend verboten! (wenn Punkt 1-5 dabei berührt werden)

7. Das Bergen von Objekten (Stichwort: Magnetangeln) aus Gewässern welches unter das Denkmalschutzgesetz fallen ist in einigen Bundesländern (Beispiel NRW) genehmigungspflichtig.

Wo ist es nun erlaubt?
Erlaubt – ist es streng genommen ohne Genehmigung NIRGENDWO! (zumindest nicht ohne Einschränkung)
– aber ich will die Kirche im Dorf lassen…

1. Das Graben auf Ackerflächen ist mit einer Nachforschungsgenehmigung (NFG) erlaubt. Ohne NFG ist man in der Beweispflicht nicht nach einem BD zu suchen..

2. Das Graben wird an den meisten öffentlichen Stränden geduldet (wenn es kein NSG oder BD oder KD ist)

3. Das Graben wird an öffentlichen Spielplätzen geduldet

4. Das Graben wird an anderen öffentlichen Sandplätzen geduldet solange es kein KD oder BD ist

5. Das Graben wird entlang und auf öffentlichen Wegen geduldet, wenn der
Besitzer sein Ok gibt und es kein NSG, BD, KD oder im Wald ist

6. Das Graben wird in und an Badeseen geduldet, wenn der Besitzer sein Ok gibt und es kein NSG oder BD oder KD ist

7. Das Graben wird im und am Meer geduldet, wenn es kein NSG, BD oder KD ist

Punkt 1-7 haben in Schleswig-Holstein und bald wohl auch in Rheinland-Pfalz keine Gültigkeit mehr, resp. sind sehr stark eingegrenzt.
Lediglich die Bewilligung einer Genehmigung bei der Suche an der Nordsee (Strandbereich) ist bis dato unkompliziert, sollte aber auch von Urlaubern beantragt werden.

Was wird von den Denkmalämtern genehmigt?

Die meisten NFG´s erlauben das Suchen und Graben auf Ackerflächen die dem Sondengänger zugeteilt werden, resp. die sich der Antragsteller aussucht in der Hoffnung dass er diese Flächen genehmigt bekommt.
Eine NFG für Wiesen oder Wald oder gar BD´s und KD´s zu bekommen ist die Ausnahme die meines Wissens nur in wenigen Bundesländern möglich ist.
Dazu zählt Bayern und seit 2015 Teile von Rheinland-Pfalz (RB Koblenz).

In den meisten anderen Bundesländern und deren RB (Regierungsbezirk) gibt es keine Genehmigungen zur Suche in
Wald, Wiese oder denkmalgeschützten Bereichen.

Am Halberg zum Beispiel oder auch im restlichen Saarland hätte man, wenn man beim Graben erwischt wird schon 4 Probleme:
1. Das Graben im Wald sollte im Sinne des Denkmalschutzes (und ohne Genehmigung) unterlassen werden.
2. Das Graben auf Bodendenkmälern (BD) und Kulturdenkmälern (KD) ist in den meisten Bundesländern verboten – und wird bei Nicht-Beachtung verfolgt!
3. Das Suchen und Graben in Naturschutzgebieten (NSG) ist generell verboten (Hier hat das Denkmalamt aber nichts mit zu tun).
4. Das Suchen und Graben auf Verdachtsflächen, wo Kampfmittel und Munition (UXO) vorhanden sein könnten oder bekannt sind, ist verboten.

Gerade am Halberg wurden der Förster, Angestellte vom SR, die Polizei und Anwohner auf Grabungsarbeiten und auch Sondler von den entsprechenden Stellen sensibilisiert.
Bei Verstößen kann ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500 000 Euro drohen. :shock:

Siehe auch hier, besonders § 10 und § 20 (3): http://sl.juris.de/sl/gesamt/DSchG_SL_20…_SL_2004_rahmen


Das Fazit für uns (muss aber jeder für sich selbst entscheiden) ist:
In Eigenregie und ohne erforderliche Genehmigungen werden wir nichts freilegen.
Der Verein verfügt nicht über die finanziellen Mittel um eine Strafe zu zahlen. Unser Vorstand wäre nicht erfreut wenn er zu einer Bußgeldzahlung heran gezogen würde, desweiteren müssten wir vermutlich für den Verein Insolvenz anmelden.
Die Gemeinnützigkeit würde entfallen und der Vertrag über WH 316 würde uns gekündigt.Vom SR, der BIMA und dem LDA hätten wir auch nichts mehr zu erwarten.
Kurzum: Durch ein unüberlegtes Handeln wären wir alles los, was wir uns in den letzten Jahren mit viel Blut, Geld und Schweiß erarbeitet haben.
Grüsse sledge

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Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »sledge« (26. Januar 2017, 13:10)


GenInFest

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 12:48

Hi . Danke für die ausführlichen antworten.

Dann muss man die halt in eigen Regie freilegen ....bzw die Eingänge :D

Gibt es eine Strafe wenn man in einem frei zugänglichen Wald mit einer Schaufel Rum gräbt ? schilder_18.gif

Ich finde es nicht selten gut, wenn die Westwallbunker nachhaltig verschlossen wurden. Dann kommt auch nicht jeder mal so eben in die Bauwerke rein.
Hat für das Innere der Bauwerke eigentlich nur Vorteile !

GenInFest

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 12:50

@sledge:

Danke für deine ausführlichen Ausführungen !

sledge

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 12:57

Hi . Danke für die ausführlichen antworten.

Dann muss man die halt in eigen Regie freilegen ....bzw die Eingänge :D

Gibt es eine Strafe wenn man in einem frei zugänglichen Wald mit einer Schaufel Rum gräbt ? schilder_18.gif

Ich finde es nicht selten gut, wenn die Westwallbunker nachhaltig verschlossen wurden. Dann kommt auch nicht jeder mal so eben in die Bauwerke rein.
Hat für das Innere der Bauwerke eigentlich nur Vorteile !

@GenInFest

Ja ganz meine Meinung, dann bleiben sie auch den nachfolgenden Generationen erhalten.
Meist sind die Anlagen durch die Übererdung auch vor Plünderung, Vandalismus, Vermüllung und den leider oft daraus resultierenden Abbruch geschützt.
Vielleicht erfolgt in den nächsten Jahren ein Umdenken über den Umgang mit NS-Hinterlassenschaften.
Grüsse sledge

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