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Sonntag, 2. Februar 2014, 13:52

Geschützschartenstände 500-Serie

In B&B wird erwähnt, dass Munitionsräume und Geschützschartenstände so entworfen wurden, dass man sie gewissermaßen auch nachträglich kombinieren könnte. Z.B. aus dem Munitionsunterstand Regelbau 512 plus einem Geschützschartenstand Regelbau 510b könnte man einen Regelbau 510a bauen.
Das geht tatsächlich, nur wenn man sich die Grundrisse aus BM RH19 III/61 genauer anschaut ist ein zusammen gebauter 510a nicht das gleiche, wie ein direkt gebauter 510a:

index.php?page=Attachment&attachmentID=11940 +index.php?page=Attachment&attachmentID=11941 =/= index.php?page=Attachment&attachmentID=11942 sondern index.php?page=Attachment&attachmentID=11943

Abgesehen davon, dass die Trennwand zwischen dem Geschützschartenstand und dem Munitionsunterstand dicker wird, auch ein Regelbau 512 unterscheidet sich erheblich von dem Munitionsunterstand eines Regelbaus 510a: Er hätte ursprünglich zwei Eingänge, und wohl deshalb wären seine Panzertüren nicht auf der Innenseite, sondern auf der Außenseite angeordnet worden.

Vielleicht ist diese verwirrende Ungleichheit schon damals aufgefallen und vielleicht deutet sich damit eine These an, warum in Bad Bergzabern in einem spiegelbildlichen Regelbau 516a die Türen auf der Innenseite angeordnet wurden, obwohl nach dem Regelbauplam weder die spiegelbildliche Ausführung, noch die innenseitigen Türen in Munitionsräumen vorgesehen waren (wir hatten das mal hier): Es war dort der erste und man hat sich schlichtweg geirrt. In den Geschützschartenständen 507b und 510a wären die Türen auf der Innenseite gewesen, daran hatten sich die Erbauer vielleicht gewöhnt, erst im später entwickelten 516a wechseln sie auf die Außenseite.

Dabei muss man vor Augen halten, dass es im 516a keine gesonderten Regelbauten zum Zusammenbauen gibt, was der Einbau an der Außenseite auf der gleichen Weise wie beim 512 erklärt. Vielleicht konnte man bei Regelbauten 516a trotzdem zuerst den Munitionsunterstand bauen und man kann die Trennfuge in solchen Fällen (Contwig, Bad Bergzabern?) noch immer sehen?

Beste Grüße
Patrice

pavel

Schüler

Beiträge: 154

Wohnort: Zwischen Karlsruhe und Rastatt

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Dienstag, 4. Februar 2014, 22:09

So, wie ich die Ausführung im B&B verstanden habe, war das Zusammenfügen des 510a aus 512 + 510b einzig mit dem Zweck entworfen worden, um das Endprodukt 510a bei Bedarf in zwei unabhängigen, zeitlich getrennten Schritten bauen zu können. Eine optionale Kombination war nicht vorgesehen.
Daher gehe ich davon aus, daß wenn ein 510a in zwei Schritten gebaut wurde, dann hat man den Munitionsbunker (dieser war meinem Verständnis nach als erster zu bauen) auch so abgeändert gebaut, daß man später den Geschützschartenstand harmonisch und zweckmäßig anbauen konnte.

Die Lage der Türen zu den Munitionsräumen sind in der Tat etwas verwirrend. Bei einem separat stehendem Munitionsbunker ist es ja sinnvoll, daß die Türen nach außen aufgehen, um die Räume samt Inhalt vor äußeren Einwirkungen zu schützen.
Sind die Munitionsräume dagegen nur durch die Räume des Geschützschartenstandes begehbar, so übernimmt dessen Panzertor diese Schutzfunktion. Wenn jetzt die Türen der Munitionsräume nach innen aufgehen, dann vielleicht mit dem Zweck, den Kampfraum bei Unfällen mit Munition besser schützen zu können. Das ist ein Erklärungsversuch, der mir so durch den Kopf gegangen ist.

Warum dann die Türen der Munitionsräume des Einheitsgeschützschartenstandes 516a wieder nach außen gewandert sind, kann ich aber so nicht nachvollziehen. Daß ausgerechnet in dem regelwidrigen 516a die Türen auch noch innen angeordnet worden sind, muss nicht mit der Tatsache zusammenhängen, daß der Munitionstrakt spiegelverkehrt angeordnet ist. Vielleicht gab es die Verwirrungen um die Lage der Türen auch bei den Bauherren, eine Erklärung für den spiegelverkehrten Bau des Bad Bergzabener 516a scheint es mir nicht zu sein.

Grüße
pavel