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Saska

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Samstag, 18. September 2010, 21:21

Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Zusammen

Im Zuge des Ausbaus der Weststellung 1944/45 wurden unter anderem die Atlantikwalltypen

669 Geschützschartenstand für alle 7,5 cm Kanonen
677 Schartenstand für 8,8 cm Pak
701 Pakunterstellraum
703 Schartenstand für 8,8 cm Pak

zumindest angefangen zu bauen - vielleicht sogar fertiggestellt bzw. 703 und 677 laut M.Groß (der Westwall) fertiggestellt.

Weiß jemand mehr dazu, selbst wenn die Anlagen bereits entfernt wurden?

Bin für jeden Hinweis dankbar.

Grüße Saska
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20P7

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Samstag, 4. Dezember 2010, 15:36

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Saska,

lt. Bettinger- Büren:

Da in den Monaten Oktober,
November und Dezember 1944 insgesamt 21.000 m3 Beton zugewiesen
werden konnten, plante der FestPiKdr IV den endgültigen Bau der 32 in seinem
Bereich zu erstellenden Pak Schartenstände, Regelbau 677....

...Schwerpunktmäßig sollten folgende Pak- Schartenstände gebaut
werden: St. Avold 6, Püttlingen/Lothringen (Puttelange) 6, Saaralben (Sarralbe) 6, Forbach .4,
Saargemünd (Sarreguemines) insgesamt 8 und südlich Zweibrücken 2. Von den Pak-
Schartenständen waren 5 als Oktoberprogramm im Bau. Die restlichen 27
sollten im November und Dezember erstellt werden und waren bereits örtlich
eingewiesen...

...Am 26. November 1944 wurde es dann auch im Bereich der HGru G zur
Gewissheit, dass infolge der militärischen Lage die Gesamtdurchführung des
ständigen Ausbaues in der bisher befohlenen Linie nicht mehr möglich war.
Man war entschlossen, die in den Räumen Zweibrücken, Saargemünd und
Forbach im Bau befindlichen Pak-Schartenstände fertig zu stellen, ebenso die
hier geplanten feldmäßigen Anlagen. Der im Bereich des AOK 1 weiter
vorgesehene ständige Ausbau war mit dem Bau von Pak- Schartenständen in
der Westmarkstellung weiterzuführen. Am 29. November 1944 berichtete der
FestPiKdr IV über die Einstellung der Bauarbeiten an den in Lothringen
gelegenen feldmäßigen Stellungen. Weitergebaut wurden die beiden Pak-
Schartenstände bei Ixheim sowie 3 derartige Anlagen ostwärts Saargemünd....

...Bis zum
13. Dezember 1944 mußten wegen der vordringenden gegnerischen Truppen
die Bauarbeiten an den 3 nordostwärts Saargemünd begonnenen Pak-
Schartenständen Regelbau 677 eingestellt werden.
In der Zeit vom 25. Dezember 1944 — 25. Januar 1945 ergab sich bezüglich
der Regelbauten Nr. 677 folgende Ausbausituation:

25.12.1944 25.1.1945
Geplant: 4 Bunker 4 Bunker
Erdaushub: 2 Bunker Weiterbau eingestellt
Arbeitssohle fertig: 1 Bunker Weiterbau eingestellt
Schalung fertig: 1 Bunker Weiterbau eingestellt
Betoniert: ---- 2 Bunker

Die Arbeitskräfte aus Saarhöhen- und Spichernstellung sowie aus der
Westwallstellung vom rechten Flügel bis einschließlich Saarbrücken wurden
herausgezogen und zum Teil in der Hilgenbachstellung, zum Teil in der
Westmarkstellung neu eingewiesen....

Mehr hab ich leider nicht gefunden, aber interessant allemal, da sich die angeblich gebauten, oder begonnenen Bauwerke in meinem Wohnbereich befinden-
das riecht nach einer Feldstudie :mrgreen:

Gruß
Markus

Saska

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Montag, 6. Dezember 2010, 14:03

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Markus

schilder_54.gif und thx.gif für diese ausführlichen Hinweise :D .

Tja, dann darf man wohl gespannt sein, ob sich da noch was vor Ort findet. Für kurze Infos wäre ich sehr dankbar.

Überraschen würde es mich nicht, denn mittlerweile tauchen ja immer mehr historische Fotos von Panthertürmen, Kampfwagentürmen und Panzernestern in den Vogesen auf, ebenso wie entsprechendes Archivmaterial.
Dazu gesellt sich dann noch ein deutscher Atlantikwallregelbau, der vor längerer Zeit in den
Vogesen aufgetaucht ist.

Das was viele Leute lange Zeit für Unsinn abtaten, scheint wohl doch teilweise geschehen zu sein. Es wurde wenigstens angefangen dort zu bauen und sogar fertiggestellt.

Beste Grüße Saska
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Montag, 6. Dezember 2010, 18:08

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Saska,

Das mit dem Atlantikwall Regelbau in den Vogesen klingt ja interessant-
hast Du da nähere Erkenntnisse? Gerne auch per PN.

Von den Panthertürmen ist auch die Rede im BB. Wenn gewünscht kann ich da auch mal
ein paar Passagen zitieren.

Im BB ist auch ein Bild von einem Pantherturm bei Püttlingen die Rede- allerdings hab ich keine Ahnungen ob Püttlingen bei Völklingen, Saar oder Püttlingen (Puttelange) Lothringen...

Gruß
Markus

Saska

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Montag, 6. Dezember 2010, 18:58

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Markus

Mach mal langsam mit den Panthertürmen, erst mal wären die Betonbauten von Interesse. Ich wühl auch mal in meinem Aktenbestand diesbezüglich.

Zitat von »"20P7"«

Hallo Saska,

Das mit dem Atlantikwall Regelbau in den Vogesen klingt ja interessant-
hast Du da nähere Erkenntnisse? Gerne auch per PN.

...... 8) 8) 8) meld mich bei Dir

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Zappo

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Montag, 6. Dezember 2010, 19:51

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Zitat von »"20P7"«

Hallo Saska,

Das mit dem Atlantikwall Regelbau in den Vogesen klingt ja interessant-
hast Du da nähere Erkenntnisse? Gerne auch per PN.......

Das würde mich auch mal interessieren..........

Zappo

Saska

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Montag, 6. Dezember 2010, 19:56

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Ok, sonst noch jemand
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pierre1978

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Montag, 6. Dezember 2010, 22:04

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Saska,

hört sich auf jeden Fall interessant an!

Gruß

coniurator

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Montag, 13. Dezember 2010, 16:19

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Saska,

ich kann hier nur für den "ständigen" Ausbau 1944 am Niederrhein sprechen:

Hier wurde 1944 noch großes geplant. Insgesamt sollten zunächst 160 Bauwerke im Bereich der Heeresgruppe B, also zwischen dem ijsselmeer und der Rur neu gebaut werden. In der Panther-Stellung in den Niederlanden, die ja als nördliche Verlängerung des Westwalls anzusehen ist, wurden dann ja auch etwa 20-30 Stck. RB 703 errichtet.
Am südlichen Niederrhein schrumpften im Laufe des Jahres die Planungen auf 19 Stände, laut Groß wurden dann lediglich 4 Bunker errichtet. Zumindestens am Niederrhein ist das Konzept dieses Ausbaues damit total gescheitert, da kaum Baumaterial und Arbeiter herbeigeschafft werden konnten, bzw. die Arbeiten durch Feindeinwirkung nicht durchgeführt werden konnten. Zudem hatte sich der ortsfeste Geschützeinbau militärisch überhaupt nicht bewährt. Später ist man dann zu dem wesentlich einfacheren Einsatz auf Beton- bzw. Holzsockeln übergegangen. Drei dieser Anlagen bzw. deren Schicksal sind mir bekannt und in diesem Bericht nachzulesen:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.feststellung-weststellung.de/bunker_melick_herkenbosch.html">http://www.feststellung-weststellung.de ... bosch.html</a><!-- m -->

Viele grüße.

Martin

Saska

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Montag, 13. Dezember 2010, 20:09

Re: Atlantikwalltypen im Westwall 1944/45

Hallo Martin

:) Danke für die Infos und besonders den Link, den ich so noch nicht kannte. Ganz, ganz langsam fügt sich nämlich nun ein Bild zu dem Thema zusammen.

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